Die HTL Kuchl präsentiert: Innovationen aus Holz & Technik
AW00-ID22
Die vorliegende Diplomarbeit analysiert die zukünftige Verfügbarkeit von Fichtenrundholz in Österreich, Deutschland und Tschechien. Die Fichte gilt als Brotbaum und ist der wichtigste Rohstoff für die Sägeindustrie. Um eine fundierte Prognose zu erstellen, wurden die nationalen Waldinventuren der drei Länder ausgewertet und mit Experteninterviews aus der Holzwirtschaft verknüpft.
Die Datenanalyse zeigt, dass sich in Österreich aktuell etwa ein Viertel des Ertragswald-Vorrats, durch unterschiedliche Einflüsse, in waldbaulich gefährdeten Lagen unter 600 Metern Seehöhe befindet. In Deutschland gibt es zwar ausreichend erntereifes Holz, aber wenig jungen Nachwuchs, während in Tschechien die Borkenkäferkalamität bereits für massive Ausfälle und eine riesige Lücke bei jungen Beständen gesorgt hat. Basierend auf verschiedenen Klimaszenarien wird sich die Fichte stark aus den tieferen Lagen zurückziehen, da ein Grad Erwärmung die natürlichen Verbreitungsgebiete um 150 bis 200 Höhenmeter nach oben verschiebt. Bei einem realistischen Anstieg von 1,5 Grad Celsius brechen die Vorräte in den flacheren Regionen Deutschlands und Tschechiens spürbar ein, während Österreich durch seine alpinen Lagen über 1200 Metern klar im Vorteil ist und dort sogar von längeren Vegetationsperioden profitiert.
Die heimische Sägeindustrie kann ihre enormen Einschnittkapazitäten nicht allein durch den normalen Inlands-Einschlag decken und muss sich auf Produktionsanpassungen oder vermehrte Importe einstellen. Als klimaresistente Alternative im Wald bietet sich die tiefwurzelnde Tanne an, die jedoch durch ihren Nasskern noch Herausforderungen bei der industriellen Trocknung und Verleimung verursacht. Insgesamt bleibt die Fichte der wichtigste Rohstoff der Branche, allerdings werden die verfügbaren Mengen knapper und die Holzbeschaffung in Zukunft deutlich anspruchsvoller.