Die HTL Kuchl präsentiert: Innovationen aus Holz & Technik
AW00-ID30
In der Diplomarbeit werden chemische und biologische Modifizierungsverfahren untersucht, mit denen sich die Gebrauchseigenschaften verschiedener Holzarten verbessern lassen. Da Holz trotz seiner Vielseitigkeit natürliche Einschränkungen wie eine geringe Dauerhaftigkeit, eine begrenzte Dimensionsstabilität und eine eingeschränkte Imprägnierbarkeit aufweist, sollen gezielte Eingriffe in die Zellwandstruktur diese Nachteile reduzieren, ohne die mechanischen Eigenschaften wesentlich zu beeinträchtigen.
Es wurden die Holzarten Eiche, Esche, Fichte, Buche, Nussbaum, Birne und Paulownia untersucht. Für die chemische Modifizierung wurden Proben in Essigsäure behandelt und anschließend stufenweise getrocknet. Das Ziel bestand in einer partiellen Veresterung der Zellwandpolymere. Die anschließende Bestimmung der Brinellhärte zeigte, dass die Behandlung die mechanischen Kennwerte kaum beeinflusste und die Abweichungen im Bereich der natürlichen Streuung lagen.
In der biologischen Versuchsreihe wurden Proben kontrolliert dem Weißfäulepilz Trametes versicolor ausgesetzt, um die Auswirkungen eines partiellen Zellwandabbaus auf die spätere Imprägnierbarkeit zu untersuchen. Mit zunehmender Befallsdauer stieg die Aufnahmefähigkeit der Proben leicht an. Dies ist auf eine Öffnung der Porenstruktur zurückzuführen, während die grundlegende Stabilität erhalten blieb. Insgesamt zeigen beide Verfahren vielversprechende Ansätze. Die chemische Modifizierung verbessert potenziell die Dimensionsstabilität, während die biologische Vorbehandlung die Imprägnierbarkeit erhöht. Die Ergebnisse leisten einen Beitrag zur Entwicklung nachhaltiger Methoden der Holzmodifizierung.